25 Jahre Slow Food Deutschland – wie alles so gekommen ist…

Slow Food Deutschland feiert 25 Jahre Bestehen. Der Podcast einer Sendung auf B2 zeichnet die Entwicklung sehr anschaulich nach, mit einem Schwerpunkt auf München, wo es besonders viele Mitglieder gibt.  Schön gemacht, gute Interviews und man erfährt gerade im weiteren Verlauf der Sendung viele Details neu, von den Anfängen bis heute. Zum Nachhören: Bayern2-Podcast

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Augsburger Hühner können jetzt bestellt werden

p1130566Nach langer Wartezeit stehen ab Ende September 2016 ca. 50 Augsburger Gockel vor der Schlachtreife.

Da es sich um freilaufende Hühner mit viel Auslauf und Bewegung handelt, ist das Fleisch fest. Die Tiere halten sich tagsüber unter Bäumen auf einer großen Wiese auf, können picken und sich bewegen, wie sie wollen.
Der Geschmack des Augsburger Huhns erinnert an Wildgeflügel wie z.B. Fasanenfleisch.

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Die Aufzucht der Augsburger Hühner ist wegen des langsamen Wachstums wesentlich aufwändiger als bei anderen Rassen und deswegen liegt der Kilopreis bei 18€. Die Gockel haben ca. 2 Kilo.

Die Gockel werden von Ende September bis Weihnachten im Abstand von ca. 4 Wochen je nach Gewichtszunahme geschlachtet. Die Schlachtreife ist wegen unterschiedlicher Schlüpfung und Gewichtszunahme momentan nicht genau festzulegen. Interessenten können sich direkt bei Frau Zimmermann vom Hollerhof melden, um die Schlachttermine abzustimmen.

Kontaktadresse

Hollerhof Susanne Zimmermann
Wellenburger Straße 102
86199 Augsburg

Tel 0821 99 81 904
Fax 99 81 916

 

Frühere Berichte zum Augsburger Huhn:

Neues von den Augsburger Hühnern

Unsere Eintagesküken beim Züchter

Unsere Küken auf dem Hollerhof

Augsburger Huhn: Ein Sympatieträger feiert Renaissance

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Zu Besuch bei den Hereford Rindern von Kaifeck

P1120702Am 11 Juni 2016 haben wir mit unserem Convivium den Spargelhof Lebmeier bei Waidhofen besucht. Unser Slow Food-Mitglied Wolfgang Sittner hat den Vorschlag zu diesem Besuch in Kaifeck bei Schrobenhausen gemacht weil er sich seit Jahren von den Lebmeiers mit Spargel beliefern läßt, den er dann an Freunde verteilt.

Den Spargel gibt es vorab in der Wirtschaft wo wir uns um 12 Uhr treffen.

Bei unserem Ausflug interessieren wir uns allerdings weniger für Spargel, als für das zweite Standbein der Familie.

Die Lebmeiers waren mit die ersten, die Herefordrinder in Herden gehalten haben.
Inzwischen haben sie über 300 Tiere in fünf Herden, bei denen jeweils ein Stier mit läuft.

Wir werden von Mensch und Tier freundlich auf dem Hof begrüßt.
Die Tiere, das sind z.B. die drei altdeutschen Schäferhunde und zahlreiche Hofkatzen.
Kinder kommen hier voll auf ihre Kosten, weil es auch junge Katzen gibt.

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Die Menschen, das sind Vater, Mutter und Sohn Lebmeier.
Dazu Daniela, die nette junge Frau von Sohn Alois und die beiden Töchter des jungen Paars.

Die Mutter ist am Spargel schälen im kleinen Hofladen.
Klar, daß wir uns später Spargel mit nehmen.

Alle geben bereitwillig Auskunft und bald kennen wir die Lebensgeschichte von fast jedem Tier.

Auffällig ist, wie dem Menschen zugewandt alle Tiere sind.
Das gilt auch für die Stiere.

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Das erleichtert natürlich den Umgang mit den Tieren sehr, der ja nicht immer ungefährlich ist.

Der Sohn hat so manche Geschichte zu berichten, wie es sich anfühlt, wenn man zwischen die Jungstiere gerät.

Auch wenn die beiden hier auf dem Bild aussehen, als könnten sie kein Wässerchen trüben, wir haben sie beim spielerischen Kabbeln gesehen, und da ist man froh um die stabilen Umzäunung.

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Das Wetter ist mit uns, auch wenn die eigentlich geplante Radltour ausfällt, weil es morgens noch stark geregnet hat.
Als wir uns aufmachen zur Besichtigung der Herden, regnet es jedenfalls nicht.

Zuerst besuchen wir zu Fuß die Herden, die näher am Hof stehen.

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Dabei zeigt uns Vater Lebmeier stolz seine zwei Pferde (Hannoveraner- und Vollblut-Stute), die western geritten und auch zum Treiben der Rinder eingesetzt werden.
Er vermutet, daß die Hannoveraner-Stute Quarter-Blut hat, weil sie s.g. Cow Sense hat, also auch ohne Zutun des Reiters die Rinder treibt.

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Wenn die Lebmeiers rufen oder pfeifen, kommt Leben in die Herde.
Die Tiere wissen ja, daß es dann meistens etwas Gutes gibt.
Nur heute leider nicht. Aber aber offensichtlich sind wir auch so eine Attraktion für die neugierigen Tiere – wie umgekehrt.

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Die Stiere haben z.T. einen Nasenring. Um ihrer Aufgabe der Fortpflanzung nachkommen zu dürfen, müssen sie gekört sein.
Dazu werden sie einem Richter-Team bei speziellen Veranstaltungen vogestellt, genauso wie es bei Pferden auch abläuft.

Bei dieser Vorstellung ist der Nasenring zwingend vorgeschrieben.

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Diese Stiere wirken sehr freundlich, aber natürlich ist es nicht ratsam, als Fremder auf die Weide zu gehen. Allerdings liegt das weniger an den Stieren, als an den Kühen. Die können sehr grantig reagieren, wenn sich jemand zwischen sie und ihre Kälber stellt.

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Herr Lebmeier erklärt uns, was einen guten erfahren Stier aus macht:
Er versucht die Kuh nur dann zu decken, wenn diese auch wirklich aufnahmebereit ist.
Das Motto „Jeder Schuss ein Treffer“ spart viel Energie und ein Stier, der das Motto beherzigt, bleibt länger fit und kann viele Jahre in der Herde bleiben.

Um Inzucht zu vermeiden, wird zwischen den Hereford-Rinder-Haltern von Zeit zu Zeit ein Stier-Tausch veranstaltet. Dann deckt ein fremder Stier für einen Sommer in der Herde.

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Natürlich muß über alles genau Buch geführt werden.

Die bürokratischen Auflagen sind streng und manchmal nervig.
Auch die Kosten sind nicht zu unterschätzen.
Jede Ohrmarke für jedes Kalb kostet einige Euro und muß sofort ersetzt werden, wenn sie verloren oder zu Bruch geht.

Der Hof ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, sowohl wegen dem Spargel, als auch wegen dem Fleisch und den Zuchttieren.

Erst ein paar Tage vor unserem Besuch wurden 30 Rinder nach Österreich verkauft, um dort den Grundstock einer neuen Herde zu bilden.

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Herr Lebmeier Senior fährt persönlich seine Produkte zu den Kunden, zu denen vielen renommierte Gastwirte gehören.

Der Junior ist auch auf der Straße unterwegs, weil er unter der Woche als LKW Fahrer arbeitet.

Das Futter für die Rinder wird auf dem Hof produziert.
Es gibt echtes Heu, statt Silage. Die Wiesen werden sehr spät gemäht, weil der Hof in einem Wiesenbrüter-Programm mit macht.
Im Paar-Tal gibt es noch Brachvögel und die werden durch die späte Mahd geschützt.
Außerdem kann sich eine artenreiche Kräuter-Wiese entwickeln, wenn später gemäht wird und das Heu von solchen Wiesen ist natürlich viel gesünder für die Rinder.

Zugefüttert wird außerdem etwas Mais-Silage aus eigenem Anbau.
Soja- oder sonstiges Mastfutter ist verpönt.
So ist auch selbstverständlich gentechnisch verändertes Futter auf dem Hof kein Thema.

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Das eigene Futter hält die Rinder ebenso gesund, wie die Aufzucht im Freien.

Eine der Herden hat seit drei Jahren keinen Stall von innen gesehen.
Im Winter wird immer wieder an die gleiche Stelle Stroh aufgeschüttet.
Die Kühe koten dort hin, was die Verrottung fördert.
Wenn sie sich dann in das warme Stroh legen, ist das ein guter Schutz gegen die Winterkälte.

Antibiotika werden nur im äußersten Notfall bei Krankheit eingesetzt, so wie es auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Wie sich die Tiere auf den Weide bewegen, könnte Ihr in diesem Video sehen:

Geschlachtet wird, wenn der Großteil eines Rindes vorbestellt ist.
Bestellt wird Telefonisch und es gibt einen Lieferservice nach Hause nach Absprache.

Hier sind die Kontaktdaten von Alois und Daniela Lebmeier unter denen man aktuelle Schlachttermine erfährt:
Tel: 0175 4072357
Email: kaifecker@googlemail.com

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Augsburger Huhn, auf ein Neues

Vor einigen Tagen haben wir wieder einmal den Hollerhof in der Wellenburger Allee in Augsburg-Göggingen besucht. Wir halten regelmässig Kontakt zu Frau Zimmermann, die unsere Augsburger Hühner aufzieht.

Im letzten Jahr waren ja leider nur wenige Augsburger Hühner schlachtreif geworden. Einige hatte der Habicht geholt, da er die Augsburger Hühner wegen ihrer relativen Kleinwüchsigkeit leichter schlagen kann als die größeren Rassen. Und die Hühner tun ihm auch leider den Gefallen, sich nicht unter den Bäumen zu verstecken, sind sozusagen also ein gefundenes Fressen. Weiterlesen

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Geschützte geografische Angabe..überraschende Schwierigkeiten

Heute hatte ich mir vorgenommen, mich endlich einmal um unseren Antrag auf Aufnahme der Kartoffelsorte „Augsburger Gold“ in die „Slow Food Arche des Geschmacks“ zu kümmern.

Der Antrag wurde 2013 von unserem Convivium bei Slow Food eingereicht und kam Anfang 2015 bei dem Zuständigen mit Anmerkungen zurück, dass noch Informationen fehlen. Irgendwann landete das ganze dann auch bei mir mit der Bitte, ob ich mich vielleicht darum kümmern könnte.

Meine Frau Regina Oswald und ich haben dann das Internet nach weiteren Informationen durchsucht und, da es in dem Antrag angemerkt war, auch den „Kartoffelpapst“ Karsten Ellenberger angeschrieben.

Da wir so die Fragen nicht beantworten konnten und auch keine Antwort von Herrn Ellenberger kam, habe ich heute dort angerufen. Im Ergebnis habe ich zwar immer noch keine Antworten, da es die gewünschten Informationen möglicherweise gar nicht gibt und wir deswegen auch noch nicht wissen, wie es mit dem Antrag weitergehen wird.

Aber ein bestimmter Punkt hat mich doch sehr erstaunt und ist der Grund für diesen Beitrag:

Seit dem die Kartoffelsorte „Bamberger Hörnla“ europaweit mit einer „geschützten geografischen Angabe“ geschützt ist, haben die Anbauer Schwierigkeiten, Saatkartoffeln zu bekommen und sind deswegen alles andere als begeistert. Denn jetzt müssen die „Bamberger Hörnla“ aus dem Bamberger Raum kommen und da gibt es momentan anscheinend keinen, der das richtig macht. Und somit ist die Sorte heute wohl gefährdeter, als sie es vor dem Schutz war. Früher konnte diese Sorte eben jeder ziehen, der das machen wollte. Ein sicher nicht ganz gewünschter Nebeneffekt.

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Artikel über Slow food und das Convivium Augsburg in der Regionalbeilage der Augsburger Zeitung

Am 26.02.2016 sind wir in der Augsburger Allgemeinen mit einem schönen Artikel präsent:

http://www.augsburger-allgemeine.de/special/Meine_Region/Slow-Food-ein-Ernaehrungstrend-id37046077.html

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Nachruf Lissi Scheiblich

Ein Nachruf
(von Helmut Wager)

Als wir vom Tod von Lissi Scheiblich erfahren haben, sind uns viele gute Erinnerungen an sie wieder ins Bewusstsein getreten. Erinnerungen an ihren klaren Blick auf Ereignisse und Personen, ihre humorvollen Kommentare und ihre zuverlässige Mithilfe beim Aufbau unseres Conviviums. Lissi Scheiblich und ihre Familie gehören zu den „dienstältesten“ Slow Food Mitgliedern in Augsburg. Auch bei genussvollen Zusammenkünften leistete sie ihren Beitrag. Für unser Sommerfest im Häspelegässchen hat sie uns einen “Hackbraten einmal anders“ zubereitet.

Ein Bild aus schönen Tagen (2005):
Sep_Okt2005_37

Hackbraten von Lissi Scheiblich:

Lissi Hackbraten

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